Schritte zur Abrüstung

Schritte zur Abrüstung

Krieg löst keine Probleme

Im Jahre 2001 wurden weltweit 46 Kriege und bewaffnete Konflikte gezählt. In diesen Kriegen sind seit ihrem Beginn etwa 7 Millionen Menschen getötet worden.
Wichtige Motive waren die Erringung staatlicher Eigenständigkeit und ökonomische und politische Interessen. Die kriegerischen Konflikte zeigen: Es gibt keine militärische Lösung für Konflikte - weder in Nordirland, noch in Tschetschenien, weder im Kosovo, noch in Kolumbien. Krieg verschärft die Probleme, in Kaschmir ebenso wie in Palästina, in Sri Lanka wie in Indonesien. Militärische Mittel zerstören die sozialen und ökonomischen Strukturen und damit die Bedingungen für Selbstbestimmung, Entwicklung und Wohlstand. Auch die Kriege der USA bzw. der NATO gegen den Irak, gegen Jugoslawien oder gegen Afghanistan haben die eigentlichen Probleme nicht gelöst.

Keine Sicherheit durch Militär

Die größte Militärmacht der Welt konnte die amerikanische Bevölkerung nicht vor den terroristischen Angriffen vom 11. Sept. 2001 schützen. Sie zeigen die Verwundbarkeit der modernen Industriegesellschaften. Gigantische Aufrüstungsprogramme und auch das geplante Raketenabwehrsystem der USA werden keinen Schutz vor weiteren terroristischen Angriffen bieten können. Die Zerstörung der Infrastruktur einer terroristischen Organisation kann die Bedrohung durch weitere Attentate nicht beseitigen. Die Mittel dafür - Messer, Maschinenpistolen, Sprengstoff - sind überall auf der Welt erhältlich.
Dient der „Krieg gegen den Terrorismus“ nicht vielmehr dem Zugriff auf wichtige Rohstoffe? Doch die Verschwendung von Mitteln für Rüstung wird die Ölvorräte der Welt nicht vergrößern.

Sicherheit durch zivile Mittel

Kriegsgewalt missachtet das Recht aller Menschen auf Leben. Es ist moralisch verwerflich, Tausende Menschen zu töten, um einen mutmaßlichen Verbrecher zu ergreifen oder ein politisch missliebiges Regime zu stürzen. Krieg darf daher kein Mittel der Politik sein! Militärische Schläge verursachen immer unschuldige Opfer und produzieren neue potentielle Gewalttäter. Eine wirkliche Sicherheitspolitik muss den Teufelskreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen.
Eine zivile Sicherheitspolitik verzichtet auf die Androhung und Anwendung von Waffengewalt. Erst dann können wir glaubwürdig Friedenspolitik betreiben, wenn wir mit der Abrüstung beginnen und mit diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Mitteln an der Beseitigung der Ursachen von Krieg und Gewalt arbeiten.

Deutsche Politik - Kriegspolitik

Wir sind wieder dabei: Auf dem Balkan, in Afghanistan, am Horn von Afrika. Damit zeigen wir der Welt: Wir sind wieder bereit und in der Lage, unsere Interessen militärisch zu vertreten! Letztlich geht es um den „Zugang zu Rohstoffen“ und um die „Freiheit der Handels- und Seewege“. So wurde das deutsche Interesse in den verteidigungspolitischen Richtlinien von 1992 formuliert. Die Umrüstung der Bundeswehr zur Interventionsarmee wurde in die Wege geleitet. Die rot-grüne Bundesregierung hat diese Politik nahtlos fortgesetzt.
Darüberhinaus tragen deutsche Waffenexporte weiterhin zur militärischen Austragung von Konflikten bei.

Schritte zur Abrüstung!

Wir wissen, dass die Mehrheit der Bevölkerung eine wirkliche Friedenspolitik und Abrüstung befürwortet. Zustimmung zu den Kriegen beruht auf der Annahme, Bundeswehreinsätze würden der Sicherung der Menschenrechte oder der Sicherheit vor Terrorismus dienen. Es ist gut und wichtig, dass in Deutschland und anderswo viele Menschen gegen den Krieg protestieren. Aus der Antikriegsbewegung muss eine Bewegung für Frieden, Abrüstung und zivile Sicherheitspolitik werden. Entscheidend ist, den Krieg moralisch zu ächten und immer wieder die Kriegsfolgen zu dokumentieren, die von den meisten Medien verschwiegen werden. Genauso wichtig ist es, die vorgeschobenen Rechtfertigungen für Krieg und die eigentlichen machtpolitischen Interessen der USA, der NATO und Deutschlands zu entlarven. Die Friedensbewegung muss militärische Mittel und Kriegspolitik grundsätzlich in Frage stellen und zivile Perspektiven entwickeln und vermitteln.
Die Kampagne „Schritte zur Abrüstung“ greift wichtige Forderungen der Friedensbewegung auf. Wir wollen eine intensivere Zusammenarbeit von Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen der Friedens- Dritte-Welt- und Menschenrechtsbewegung, um gemeinsam mehr Zuspruch in der Öffentlichkeit und mehr Einfluss auf die Politik zu erhalten. Mit den „Schritten zur Abrüstung wollen wir über einen längeren Zeitraum um Unterstützung für unsere Forderungen werben.

Mitmachen!

Sie sind eingeladen, sich mit Ihren Ideen und nach Ihren Möglichkeiten zu beteiligen - alleine und mit anderen zusammen. Die DFG- VK koordiniert und dokumentiert die verschiedenen Aktivitäten, um ihnen eine möglichst große Öffentlichkeit zu verschaffen.

Was Sie tun können:

Sie können nicht nur den Aufruf unterschreiben, sondern auch im Bekanntenkreis, am Arbeits- oder Ausbildungsplatz, im Verein, in der Kirchengemeinde etc. weitere Unterschriften sammeln.

Vor Ort können Sie am Ostermarsch, an Veranstaltungen zum 1. Mai und zum Antikriegstag (1.9.) teilnehmen und dort über “Schritte zur Abrüstung” informieren oder eigene Veranstaltungen organisieren.
Die Bundes- und Landesgeschäftsstellen der DFG-VK helfen gern bei der Vermittlung von RednerInnen und ReferentInnen, Medien und Materialien.

Sie können auch die Abgeordneten ihres Wahlkreises ansprechen: per Brief, Fax, E-Mail oder persönlich.

Mit einer Spende können Sie Zeitungsanzeigen und die Erstellung weiterer Aktions- und Informations- Materialien unterstützen.

Info-Faltblätter

Die DFG-VK erstellt eine Reihe von Informations-Faltblättern zu den einzelnen Themen, die in der Kampagne angesprochen werden. In den einzelnen Faltblättern werden Gründe und Argumente für unsere Forderungen genauer ausgeführt. Unterstützen Sie uns, indem Sie diese Materialien bestellen und weitergeben!
Benutzen Sie bitte den nebenstehenden Rückmeldeabschnitt!

Vorhaben im Jahr 2002

Im Jahr der Bundestagswahl wollen wir uns mit einer Befragung der KandidatInnen der Parteien einmischen und in die Öffentlichkeit gehen.

Testkarte

Wir produzieren eine „Testkarte“ für BundestagskandidatInnen, die in Zeitschriften eingeheftet oder auch verteilt werden kann.
Mit den „Testkarten“ werden die Kandidatinnen aufgefordert, zu den Forderungen unserer Kampagne „Schritte zur Abrüstung“ Stellung zu nehmen. Die „Testkarte“ können Sie an eine Kandidatin bzw. Kandidaten Ihrer Wahl senden, falls Sie die Adresse kennen. Oder Sie schicken die „Testkarte“ an eine der Zentralen der großen Parteien, deren Adresse im Begleittext zur Testkarte angegeben ist. Im Zeitraum Mai - Juni - Juli 2002 wird diese Karte einigen Zeitschriften der Friedensbewwegung beigeheftet.
Sie können „Testkarten“ zur Befragung ihrer Bundestagskandidatinnen bei uns bestellen.
Haben Sie Kontakt zu Redaktion oder Herausgebern einer Zeitschrift, die diese Testkarte über eine Beiheftung an ihre LeserInnen senden will, dann wenden Sie sich an uns.

Fragebogen

Wir haben einen Kandidatenfragebogen entwickelt, den wir Ihnen zur Verfügung stellen. Mit Hilfe dieses Fragebogens besteht die Möglichkeit, mit den Kandidaten und Kandidatinnen in Ihrem Wahlkreis in einen Dialog über Friedens- und Sicherheitspolitik einzusteigen. Wir wollen damit unser ernsthaftes Interesse deutlich machen, die Positionen der KandidatInnen zu unseren Fragen erst einmal zu erfahren. Das kann die Grundlage eines Dialogs sein, in dem es dann um die besseren Ideen und Argumente geht, die wir - da können wir ganz souverän sein - natürlich haben.

Schritte zur Abrüstung im Internet

Auf unserer Homepage finden Sie: Über die Homepage können Sie

Wenn Sie irgendetwas unternehmen - also Briefe schreiben, eine Veranstaltung organisieren, oder Kleinanzeigen schalten etc. -teilen Sie uns das bitte über E-Mail oder per Kopie an die DFG-VK mit.

Kleinanzeigen

Mit Kleinanzeigen in den Medien der Friedens- Umwelt-3. Welt-Bewegung wollen wir die Kampagne bekannt machen. Sie können uns unterstützen, indem Sie eine Kleinanzeige nach dem folgenden Muster in eine Zeitung in ihrem lokalen Umfeld setzen.

Wir fordern von der Bundesregierung Schritte zur Abrüstung!

Mit Unterschriftensammlungen, Zeitungsanzeigen, Kandidatenbefragungen und Aktionen wollen wir diese Forderung in die Öffentlichkeit tragen.
Mehr Infos bei:
DFG-VK
Schwanenstr.16
42551 Velbert

Friedenspolitik braucht Friedensorganisationen

Eine Politik der Abrüstung und zivilen Konfliktbear-beitung wird nicht vom Himmel fallen. Dafür braucht es Friedensorganisationen, die von staatlichen Mitteln und Interessen wie auch von Parteien und deren Machtkalkül unabhängig sind. Nur Friedensorganisa-tionen mit fester Mitgliedschaft, festen Strukturen und eigenen Finanzmitteln können kontinuierlich auf die öffentliche Meinung Einfluss nehmen und ein Gegengewicht setzen zur Lobby der Militär- und Kriegsbefürworter. Es reicht nicht, erst dann zu protestieren, wenn wieder ein Krieg im Gange ist. Die Mitglieder der DFG-VK haben die Grundsatzerklärung der Internationale der Kriegsdienstgegner unterschrieben:

„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuwirken.“

Mehr Infos im Internet:
www.dfg-vk.de

Dieses Faltblatt wird herausgegeben von der
Deutschen Friedensgesellschaft -Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Schwanenstr. 16
42551 Velbert

Texterstellung und Redaktion, V.i.s.d.P: Thomas Rödl
Gestaltung: Kathrin Vogler

Schritte zur Abrüstung

Krieg ist wieder Mittel der Politik. Krieg ist aber die falsche Antwort auf Terrorismus und andere Bedrohungen. Militär löst keine Probleme. Notwendig ist die Bearbeitung und Lösung von Konflikten mit gewaltfreien und zivilen Mitteln. Daher fordern wir Schritte zur Abrüstung:

Falls Sie diese Forderungen mit unterstützen möchten, können Sie sich online eintragen unter:

„Schritte zur Abrüstung“ werden unter anderem unterstützt von:

Inge Ammon, Fürstenfeldbruck, Basis Grün; Matthias Bauer (Redaktion "Der Rabe Ralf"), Berlin; Gerd Bauz, Frankfurt; Sedat Baydemir, Homberg-Efze; Detlev Beck (Geschäftsführer BSV); Michael Behrendt (Kampagne gegen Wehrpflicht), Berlin; Volker Blum (Rechtsanwalt), Wetzlar; Dieter Bricke; Stephan Brües (Beirat für Zivildienst), Wuppertal; Jens Bukowski, Kassel; Bund für Soziale Verteidigung; Bündnis 90 - Die Grünen, KV Charlottenburg-Wilmersdorf; Bürgerinitiative OFFENe HEIDe; Dr. Ralf Cüppers, Flensburg; Deutscher Friedensrat; Kai-Uwe Dosch (Bundessprecher der DFG-VK), Hamm; Wolfgang Dietrich (PDS-Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern); Hans Dresler, Siegen; Rolf Duden, Karlsruhe; Claudia Eigemeier, Plettenberg; Erwin Eisenhardt, Renningen; FI Nottuln; Robert Fishman (Journalist), Bielefeld; Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen; Jürgen Grässlin, Bundessprecher der DFG-VK; Jost Gruber (Landesgeschäftsführer DFG-VK-Bayern), Fürth; Gruppe Schweiz ohne Armee; Hans Heinrich Häberlein, Nürnberg; Traudl Haury, Friedensinitiative Ingolstadt; Irmgard Heilberger (Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit); Wolfgang Hertle (Archiv Aktiv), Hamburg; Internationale der Kriegsdienstgegner, Berlin; Holger Isabelle Jänicke, Schwäbisch Gmünd; JungdemokratInnen, LV NRW; Alfons Kaufmann, Castrop-Rauxel; Rico Kerndt, Dresden; Karl-Wilhellm Koch (Basis Grün KV Daun); Norbert Kozicki (FI Herne); Daniel Kreutz, Basis Grün; Johanna Langenbacher, Weinheim; Achim Lankenau, Bremen; Helga Linsler (Initiative für den Atomausstieg im Jahr 2002); Klaus Mannhardt, Essen; Ecco Meineke (Kaberettist und Musiker), München; Birgitta Meier (BSV-Vorstand, Peace Link)Bernd Michl (Initiative Kirche von unten); Barbara Müller (Vorstand BSV, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung); Frieder Müller, Buggingen; Naturwissenschaftler-Initiative "Verantwortung für Frieden; Prof. Dr. Wolfgang Nitsch, Oldenburg; Bernhard Nolz (Geschäftsführer Zentrum für Friedenskultur, Siegen); Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden; Hans-Joachim Patzelt (Nürnberger Friedensforum); Linde Peters (Gen-Ethisches Netzwerk, München); Klaus Pfisterer (Landessprecher DFG-VK Baden-Württemberg), Hochdorf; Markus Pflüger, Trier; Stefan Philipp (Redaktion "Zivilcourage"); Kristine Pohlmann (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter, Hannover); Prof. Dr. Wolfgang Popp, Siegen; Wilfried Porwol, Kleve; Ernst Rattinger, Offenburg; Hans-Peter Richter (Redaktioin "Pax Report"), Berlin; Thomas Rödl, München; Eleonore Romberg (Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit), München; Erwin Saint Paul, München; Leonard Sauer (Vorsitzender Bertha-von-Suttner-Stiftung), Oberding-Notzing; Ralf Sauer (BDKJ-Diözesanvorsitzender Würzburg); Monty Schädel (MdL), Hohenmin; Christian Scheit, Jena; Christina Schelle-Müller (“öffentliche Aufforderung zum gewaltfreiem Widerstand”, München); Ansgar Schmidt, Münster; Frieder Schöbel, Braunschweig; Joachim Schramm (DFG-VK-Landesverband NRW), Witten; Heide Schütz (Frauennetzwerk für den Frieden); Dr. Hanelis Schulte, Heidelberg; Walter Schwenninger; Thomas C. Schwoerer, Neu-Isenburg; Martin Semmler, Ortenburg; Wolfgang Strengmann (Sprecherrat Basis Grün); Peter Strutynski (Friedensratschlag Kassel); Sonnhild und Ulli Thiel (PAZIFIX-Materialversand), Karlsruhe; Kathrin Vogler (Redaktion "Friedensforum"); Roderich Wahsner, Bremen; Dr. Tobias Werner (IPPNW Meißen); Urania Windtänzer (Friedensaktivistin und Liedermacherin aus München); Uli Wohland (Werkstatt für gewaltfreie Aktion Baden); Prof. Dr. Ernst Woit, Dresden; Gertrud Wolferts, Kappel; Zentrum für Friedenskultur, Siegen; Ewald Ziegler (Nürnberger Friedensforum); Joachim Zierau (KDV-Seelsorge der Ev.-luth. Landeskirche Hannover)